Hochalpine Gletscherwelt
Die hochalpine Gletscherwelt von Bernina Glaciers
Der Erlebnisraum Bernina Glaciers umfasst die höchsten Gipfel der Ostalpen und die ausgedehnteste Gletscherlandschaft Graubündens. Die alpine Gebirgslandschaft rund um den 4049 Meter hohen Piz Bernina fasziniert die Besucher mit den Moränen des Morteratsch-, Roseg-, Tschierva- und des Persgletschers sowie den markant herausragenden Bergspitzen. Mit dem mächtigen Piz Palü, dem Piz Cambrena, Bellavista, Crest‘ Agüzza Piz Scerscen und wie sie alle heissen, strahlen insgesamt über ein Dutzend knappe Viertausender um die Wette.
Das spektakuläre Panorama kann dank der guten Erreichbarkeit auch von Tagesgästen und normalen Wanderern hautnah erlebt werden. Verschiedene Berghütten vermieten ganz nahe an der Gletscherwelt einfache Schlafmöglichkeiten. Die fachkundigen Guides der Bergsteigerschule Pontresina bieten geführte Gletscherwanderungen, Touren und Kletterkurse an.
Weitere Highlights sind der Glacier Experience Trail, der als Rundweg von der Bergstation Diavolezza hinunter zur Moräne des Persgletschers führt und die Virtual Reality Glacier Experience im Besucherzentrum bei der Talstation der Diavolezza-Bahn, wo die Entstehung, die Vergangenheit und die Zukunft unserer hochalpinen Gletscherwelt interaktiv und wissenschaftlich fundiert beleuchtet wird.
Glossar
Ein Gletscher ist eine aus Schnee entstandene Eismasse, die sich aufgrund ihres Eigengewichts und der Hangneigung langsam bewegt. Er entsteht durch die Verdichtung von Schnee über Jahre hinweg und gliedert sich in ein Nährgebiet (Massengewinn) und ein Zehrgebiet (Massenverlust).
Gletschereis ist das dichte Eis, das den Hauptkörper eines Gletschers bildet und durch langjährige Kompression von Schnee entsteht. Der Luftanteil sinkt dabei von ca. 90 % im Neuschnee auf etwa 2 %, was oft eine bläuliche Färbung bewirkt. Rund 10 Meter Neuschnee ergeben ca. 1,1 Meter Gletschereis.
Firn ist Schnee, der mindestens eine Tauperiode überdauert hat und sich dabei verdichtet und in eine körnigere Struktur umgewandelt hat. Er entsteht durch wiederholtes Auftauen, Gefrieren und Druck und ist eine Zwischenstufe von Schnee zu Gletschereis.
Akkumulation bezeichnet alle Prozesse, die einem Gletscher Masse zuführen, v.a. Schneefall. Das Akkumulationsgebiet (Nährgebiet) ist der höher gelegene Teil des Gletschers, wo die jährliche Massenzufuhr die -verluste übersteigt und Schnee zu Eis wird, wodurch der Gletscher wächst.
Ablation umfasst alle Prozesse, die einem Gletscher Masse entziehen, wie Schmelzen, Verdunstung oder Kalben. Das Ablationsgebiet (Zehrgebiet) ist der tiefer gelegene Teil des Gletschers, wo die jährlichen Massenverluste die -zufuhr übersteigen und der Gletscher an Substanz verliert.
Die Gleichgewichtslinie (ELA) trennt Nähr- und Zehrgebiet eines Gletschers. Hier halten sich am Ende eines Haushaltsjahres Massengewinne (Akkumulation) und -verluste (Ablation) die Waage. Ihre Höhe ist ein Indikator für den Zustand des Gletschers.
Gletscherspalten sind Risse im Gletschereis , die durch Spannungen bei unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit oder unebenem Untergrund entstehen. Es gibt Längs-, Quer-, Rand- und Radialspalten. Sie sind oft 10-50 Meter tief und können, von Schnee bedeckt, gefährlich sein.
Eine Moräne ist Gesteinsschutt, der von einem Gletscher transportiert und abgelagert wurde. Man unterscheidet Grundmoränen (unter dem Eis), Seitenmoränen (an den Rändern), Mittelmoränen (beim Zusammenfluss zweier Gletscher) und Endmoränen (am Gletscherende, markieren maximale Ausdehnung).
Talgletscher sind Eismassen, die sich, von Felswänden begrenzt, in einem Tal abwärts bewegen. Sie sind der klassische Gletschertyp in Hochgebirgen und können große Längen erreichen.
Die Glaziale Serie beschreibt eine typische Abfolge von Landschaftsformen, die durch Gletscher und Schmelzwasser entstanden sind. Sie umfasst idealtypisch: Grundmoräne (oft mit Zungenbecken), Endmoräne, Sander (Schotterebene) und Urstromtal. Dieses Modell verknüpft Erosions- und Akkumulationsformen.
Eine Gletschermühle ist eine meist senkrechte, oft spiralwandige Hohlform im Gletschereis, die durch abfließendes Schmelzwasser entsteht. Das Wasser, oft mit Gesteinstrümmern, erweitert und vertieft die Mühle, die bis zum Gletschergrund reichen kann.

Gletscher hautnah
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