Ausstellungen & Museen

Wer die Engadiner Bergwelt und seine Gletscher, die Geschichte des Alpinismus, die Wirkung des Wassers, die Naturlandschaft und die Kultur dieses einzigartigen Hochtals besser verstehen will, findet eine ganze Reihe von Museen, Lehrpfaden, Themenwanderungen und immer wieder aktuelle Ausstellungen, die Interessantes vermitteln. 

Besucherzentrum VR Glacier Experience

Der Klimawandel und seine Veränderungen auf den Gletscher und seinen Wasserhaushalt. Im Besucherzentrum «VR Glacier Experience» bei der Talstation Diavolezza wird diese Frage interaktiv hinterleuchtet. Einfach die Virtual-Reality-Brille aufsetzen, eintauchen und staunen.

Es stehen vier verschiedene VR-Touren zur Auswahl: Die erste veranschaulicht den Wasserkreislauf von der Wolkenbildung bis zum Niederschlag und die Wasserströme auf und im Innern des Morteratschgletschers. Auf einer Zeitreise von 1875 bis 2100 veranschaulicht die zweite Tour die stetigen Veränderungen des Gletschers. Die dritte Tour thematisiert die Entwicklung der Tierwelt und auf der vierten Tour wird das Projekt «Mortalive» vorgestellt, das den Gletscherschwund mittels künstlicher Beschneiung verlangsamen will.

Die bildgewaltigen und lehrreichen VR-Touren hinterlassen bleibende Eindrücke. Mit einer Bergfahrt auf die Diavolezza lassen sich die Eindrücke im realen Umfeld vertiefen. Der Eintritt ins Besucherzentrum ist kostenlos. 

VR Glaicer Experience

Museum Alpin

Das Museum Alpin befindet sich im oberen Dorfteil von Pontresina an der Via Maistra. Gegründet wurde es im Jahr 1971 vom Bergführerverein Pontresina. Die Ausstellungen sind in der Chesa Delnon, einem stattlichen Engadinerhaus aus dem Jahr 1716 untergebracht – so erhalten Besucherinnen und Besucher in den historischen Räumen einen Einblick, wie das Leben im Engadin in früheren Zeiten gewesen sein könnte. Neben dem Sulèr im Eingangsbereich ist eine alte Stube, die Küche, Vorratskammer, ein Schlafzimmer und die Schlafnische einer frühen Berghütte eingerichtet.

Das Museum zeigt die Entwicklung Pontresinas vom kleinen Bauerndorf zum heutigen Bergkurort. Dabei sind die Ausstellungen über den Sommer- und Winteralpinismus ein Highlight. Sie bieten einen Einblick in die Pionierzeit des Bergsteigens über die Eroberung des Bernina-Massivs bis hin zum modernen Alpinismus. Ebenfalls sehenswert ist die Ausstellung über die Entwicklung der SAC-Hütten und die Multimediaschau Bergerlebnis mit Bildern der einheimischen Fotografin Jetti Langhans. Eine Mineraliensammlung aus der Region Oberengadin, Bergell und Valposchiavo sowie Einblicke in die reiche Flora und Fauna, zum Beispiel mit der Vogelsammlung von Gian Saratz mit 133 Exponaten, runden das Angebot ab. Regelmässig werden Sonderschauen zu alpinen Themen organisiert.
 

Museum Alpin

Camera Obscura

Die Camera Obscura befindet sich versteckt im Stützpunkt für Winterunterhalt an der Bernina-Passstrasse – zuoberst im Salz- und Kiessilo. Über eine steile Wendeltreppe gelangen die Besucher in eine finstere Kammer. Erst wenn die Augen sich an die Finsternis gewöhnt haben, zeichnet sich langsam und dann immer deutlicher ein Bild an der Wand ab. Auf magische Weise wird die urtümliche Gebirgslandschaft mit Piz Cambrena und Piz d’Arlas sichtbar – allerdings steht alles auf dem Kopf.

Das Prinzip der Camera Obscura ist seit der Antike bekannt und funktioniert ohne technische Hilfsmittel wie Linsen oder Spiegel. Ein fensterloser Raum mit einem kleinen Loch, wo Licht hineinfällt, ist das ganze Geheimnis – kaum zu glauben in unserer digitalen Zeit. Die Lochgrösse (in diesem Fall 20 Millimeter) muss jedoch genau abgemessen sein, um die richtige Helligkeit und Bildschärfe zu erzeugen. Die optischen Berechnungen durchgeführt hat der bekannte Pontresiner Fotograf Guido Baselgia in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Bearth und Deplazes.

Die Camera Obscura kann bei guten Lichtverhältnissen mit einer geführten Besichtigung besucht werden. Tickets können online gekauft werden. 

Camera Obscura Berninapass